Aufbaukurs Psychotraumatologie mit Dr. Jan Gysi

Fr, 13 Sep 2019 - Sa, 14 Sep 2019
10:00 - 17:00

Leider ist das Aufdecken von schwerem emotionalem, körperlichem und sexuellem Missbrauch (inkl. rituellem Missbrauch) in den meisten Fällen sehr schwierig. Betroffene wissen oft nicht, an wen sie sich in ihrer Not wenden können. Angst vor Repression durch Täter sowie Unglauben und Zurückweisung durch das Umfeld treiben viele Opfer in oft jahrelanges Schweigen und tiefe Isolation. Dabei wäre es für sie besonders wichtig, auf Menschen zu treffen, die ihnen nicht nur zuhören und Glauben schenken, sondern die sich auch mit der posttraumatischen Symptomatik auskennen und Betroffene auf dem langen Weg der Heilung begleiten und beraten können.
ZIEL dieser insgesamt 4-tägigen Weiterbildung "be ready 4":
Aufbauend auf den Einführungskursen in die Psychotraumatologie geht es in diesen vier zusätzlichen Kurstagen inhaltlich um die folgenden Schritte in der Begleitung und Beratung von schwertraumatisierten Menschen, in die Kursteilnehmende eingeführt werden sollen:
- Einführung in die Symptome nach schwerer Gewalt und Missbrauch (inkl. Dissoziation und dissoziative Identitätsstörung) und wie diese versteckten Zeichen von Gewalt von Menschen im Umfeld erkannt werden können.
- Erarbeiten äusserer Sicherheit: die höchste Priorität in der Begleitung von Betroffenen nach der ersten Kontaktaufnahme und dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses hat das Verhindern weiterer Gewalt und das Herstellen einer minimalen körperlichen, emotionalen und sozialen Sicherheit.
- Erarbeiten innerer Sicherheit: in einem zweiten Schritt geht es anschliessend darum, dass Betroffene lernen können, mit negativen Emotionen kompetent umzugehen, sich in Krisen selber zu beruhigen, und die verschiedenen posttraumatischen Folgen wie Intrusionen und Dissoziation regulieren zu können. Hierzu gibt es eine Vielzahl von Interventionen und Übungen, die hilfreich sein können.
- Trauma-Aufarbeitung: Mit dem Aufarbeiten und der Integration traumatischer Erfahrungen können Betroffene die Vergangenheit verarbeiten und werden dadurch von quälenden posttraumatischen Symptomen entlastet.
- Trauer und Neuorientierung: in der letzten Phase schliesslich kommen Betroffene nicht umhin, um die Möglichkeiten und Chancen zu trauern, die ihnen aufgrund der erlittenen Gewalt vorenthalten wurden. Gleichzeitig ist diese Phase aber auch eine Chance für eine Neuorientierung mit Sinnfindung für eine bessere Zukunft.

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Letztes Update 08/08/2018

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